… mit Sicherheit gut beraten

Holzterrasse

Holz oder Stein? Welcher Terrassenbelag darf es sein?

Terrassen- Belag aus Holz oder Stein?

Wer eine Terrasse plant, hat die Wahl der Qual herauszufinden, welcher Belag am besten zu seinem Haus, Garten und den Bewohnern passt. Die Fürs und Widers der verschiedenen Beläge sind hier zusammengetragen.

Gestalterisch verbindet die Terrasse das Haus und den Garten. Sie ist sowohl Teil des einen wie des anderen. Deshalb fällt es vielen schwer, sich für eine Stilart zu entscheiden. Der Freisitz soll schließlich langfristig für viele Jahre oder gar Jahrzehnte, gefallen und funktionieren.

Gartengestaltung Helmut Lamprecht

Terrassen schließen den Garten für den Menschen auf.
Lebensraum und Zeugnis des Gartenstils.

Stein oder Holz, beide haben ihre Vorzüge und Nachteile. Das Angebot ist riesig und die angefügte Übersicht gibt einen ersten Überblick und kann als Entscheidungshilfe bei der Terrassengestaltung und den weiteren Überlegungen zur Gartengestaltung und Gartenplanung helfen.

Vorteile/ Nachteile einer Holzterrasse

  • Holzterrassen sehen natürlich und behaglich aus.
  • Sie haben (fast) immer eine angenehme Barfußtemperatur,
  • Können aber- je nach Holzart- nach einiger Zeit splittern und/oder sich verziehen.
  • Vergrauen mit den Jahren- egal aus welchem Holz sie sind. Wer ihre Farbe erhalten will, muss sie 1-2 Mal pro Jahr mit Holzschutzmittel behandeln.
  • Sind nach starkem Regen rutschig,
  • Trocknen aber auch schnell wieder ab. (Nur für Süd- Südwestlagen geeignet)
  • Die Haltbarkeit liegt zwischen 10 – 25 Jahren. Danach müssen die Dielen ausgetauscht werden.
  • Benötigen eine Unterkonstruktion, damit Luft an die Dielen kommt.
  • Gleichen Dank der Unterkonstruktion aber Höhenunterschiede zwischen Garten und Haus aus.

Vorteile/ Nachteile von Natursteinterrassen

  • Natursteine gibt es in verschiedenen Farb-Varianten und mit verschiedenen Oberflächen. Von rau über samtig bis glatt.
  • Rustikal oder Edel- sie passen je nach Stein und Verlegart zu fast allen Baustilen.
  • Optisch wirken sie meist etwas kühler als Holzterrassen
  • Die Oberflächen heizen sich schnell auf und kühlen genauso schnell wieder ab- Deshalb haben sie selten Barfußtemperatur.
  • Die Haltbarkeit von Natursteinen bei professioneller Verlegung geht in die Jahrzehnte- ein Belag, der Generationen überdauern kann.
  • Manche Natursteine, meist helle und porösere, sind in der Oberfläche empfindlich gegen Flecken, Säure und Witterungseinflüsse (Obst, Wein, Blätter, Algen, Flechten)
  • Natursteine können sich in Farbe und Textur unterscheiden, auch wenn sie aus demselben Steinbruch stammen. Das sind natürliche Unregelmäßigkeiten, die den besonderen Reiz von Natursteinen ausmachen.

Natursteine im Vergleich:

Granit: Das körnige Salz- und Pfeffermuster aus grauen, schwarzen und weißen Sprenkeln macht die meisten Granitsteine aus. Daneben gibt es gelbliche, rötliche, bläuliche, anthrazite und grünliche Varianten.

  • Ist stark belastbar und frostsicher
  • Die Oberfläche ist pflegeleicht, bis auf die Fleckempfindlichkeit bei sehr hellen Varianten
  • Glatte bis rutschfeste Oberflächenbearbeitung möglich.
  • Unempfindlich gegen Säure und Tausalzbeständig.
  • Vor allem die dunkelgrauen Granitsteine eignen sich für schattige Bereiche, sie veralgen nicht so schnell.
  • Gängige Verwendungsarten: Als Pflastersteine, Formatplatten, selten Polygonal, Mauersteine und Stufen.
  • Herkunft: Granit ist z. T. heimisch, oft aus China, Portugal, Brasilien oder Indien.
  • Abhängig von der Herkunft, Farbe und der Bearbeitung ist er günstig bis teuer.

Quarzit– zählt zu den härtesten Natursteinen. Das und sein Farbenspiel machen ihn beliebt als Terrassenbelag.

  • Ist sehr belastbar und frostsicher
  • Die Oberfläche ist pflegeleicht und rutschfest durch die üblicherweise spaltrauhe Oberfläche.
  • Unempfindlich gegen Säure und Tausalzbeständig.
  • Vor allem die dunkelgrauen Quarzite eignen sich für schattige Bereiche, die helleren veralgen/ vermoosen dagegen schneller und sind besser für sonnige Lagen geeignet.
  • Gängige Verwendungsarten: Als Pflastersteine, Formatplatten, Polygonalplatten, seltener als Mauersteine und Stufen.
  • Herkunft: Quarzit stammt häufig aus Brasilien oder Indien.
  • mittlere bis obere Preisklasse.

Porphyr: Rot und Brauntöne verraten den vulkanischen Ursprung, gelegentlich kommen auch Grau- und Beigetöne vor.

Mustergarten RBC Ihringen, Gartenplanung Helmut Lamprecht

Porphyr in seiner Lebendigkeit als Polygonale, Format- Platte und als Kleinsteinpflaster. Lebendiges Farbenspiel von Hellgrau über Orange bis Braunrot

  • Porphyr ist stark belastbar aber nur bedingt frostsicher, der Stein wird nach 20-30 Jahren an der Oberfläche spröde.
  • Die Oberfläche ist pflegeleicht und rutschfest durch die üblicherweise spaltrauhe Oberfläche.
  • Unempfindlich gegen Säure und Tausalzbeständig.
  • Eignet sich für schattige Bereiche, veralgt nicht so schnell.
  • Gängige Verwendungsarten: Als Pflastersteine, Formatplatten, Polygonalplatten, auch als Mauersteine und Stufen.
  • Herkunft: Phorphyr stammt häufig aus Italien.
  • mittlere bis obere Preisklasse.

 

Sandstein: Die hellen Farben und die samtige Oberfläche sorgen für eine warme Atmosphäre.

  • Belastbar, harte Fomen sind frostsicher
  • Fleckenempfindlich, eine Imprägnierung wird empfohlen
  • Bedingt säurebeständig, nicht tausalzbeständig.
  • Angenehmes Barfußgefühl auf fein geschliffenen oder gebürsteten Oberflächen.
  • Für Schattenlagen nicht geeignet.
  • Gängige Verwendungsarten: Als Pflastersteine, Formatplatten, Polygonalplatten, auch als Mauersteine und Stufen.
  • Herkunft: Sandstein ist aus heimischen Steinbrüchen, oft auch aus Indien.
  • mittlere bis obere Preisklasse.

Travertin: Dank seiner warmen Sandtöne und der samtigen Oberfläche zählt Travertin zu den beliebten  mediterranen Natursteinen im Garten. Verwendung nur im sonnigen Lagen.

  • Bedingt belastbar, frostsicher
  • Fleckenempfindlich, eine Imprägnierung wird empfohlen
  • Säureempfindlich, nicht tausalzbeständig.
  • Angenehmes Barfußgefühl auf fein geschliffenen oder getrommelten Oberflächen.
  • Für Schattenlagen ungeeignet.
  • Gängige Verwendungsarten: Als Pflastersteine, Formatplatten, Polygonalplatten, auch als Mauersteine und Stufen.
  • Herkunft: Travertin stammt aus Steinbrüchen der Türkei, oft auch aus Griechenland.
  • Untere bis mittlere Preisklasse.

Gneis: Dunkle oder helle Bänder durchziehen die meist gräulichen bis bräunlichen Gneisplatten und machen ihren Reiz aus. Gneis ist als Terrassenbelag in Höhenlagen gut geeignet- z. B. Schwarzwald.

Der edle Maggia-Gneis bildet einen werthaltigen Gartenbelag, der Generationen überdauern kann

Der edle Maggia-Gneis bildet einen werthaltigen Gartenbelag, der Generationen überdauern kann

  • Ist sehr belastbar und frostsicher
  • Die Oberfläche ist pflegeleicht und rutschfest durch die üblicherweise spaltrauhe Oberfläche.
  • Unempfindlich gegen Säure und Tausalzbeständig.
  • Vor allem die dunkelgrauen Gneise (Maggiagneis aus dem Tesin) eignen sich für schattige, feuchte Bereiche, in denen die meisten anderen Natursteine sich schwer tun.
  • Gängige Verwendungsarten: Als Pflastersteine, Formatplatten, Polygonalplatten, auch als Mauersteine und Stufen.
  • Herkunft: Gneis stammt häufig aus Italien, Österreich oder der Schweiz.
  • obere Preisklasse.

 

Terrassenholz auf einen Blick

Europäische Lärche

  • langlebiges Nadelholz, im Freien überdauern die Dielen 10 – 15 Jahre.
  • Der gelblich-rote Farbton verblasst in der Sonne rasch zu einem silbrigen Grau.
  • Mit der Zeit rauen die Latten auf, die Splittergefahr steigt. Lärche ist deshalb unbehandelt kein ideales Barfußholz.
  • Das Holz stammt meist aus europäischen Plantagen
  • Untere Preisklasse

Sibirische Lärche

  • langlebiges Nadelholz, im Freien überdauern die Dielen 10 – 15 Jahre.
  • Der gelblich-rote Farbton verblasst in der Sonne rasch zu einem silbrigen Grau.
  • Die Maserung ist gleichmäßiger als bei der Lärche.
  • Mit der Zeit rauen die Latten auf, die Splittergefahr steigt. Lärche ist deshalb unbehandelt kein ideales Barfußholz.
  • Das Holz stammt meist aus Raubbau
  • Untere Preisklasse

Douglasie

  • Etwas weniger langlebiges Nadelholz als die Lärche, im Freien überdauern die Dielen nur etwa 10 Jahre.
  • Helles, leicht rötliches Holz, dessen Farbton nur durch regelmäßige Schutzanstriche erhalten bleibt, verblasst in der Sonne sonst rasch zu einem silbrigen Grau.
  • Splittert und harzt verhältnismäßig wenig.
  • Das Holz stammt meist aus europäischen Plantagen
  • Untere Preisklasse

    Gartenplanung Helmut Lamprecht

    Leicht schwebt das Holzdeck aus Douglasie über dem Gartenteich. Die Oberfläche ist gehobelt und nicht behandelt. Das Holz bekommt den feinen Silbergraustich durch die Bewitterung.

Robinie

  • Härtestes und langlebigstes aller europäischen Hölzer, Laubholz.
  • Weil sich aus Robinienstämme nur kurze gleichmäßige Stücke gewinnen lassen, werden die Terrassendielen oft zusammen gefügt.
  • Obere Preisklasse

Eiche

  • Dank der Gerbsäure im dunkelbraunen Holz ähnlich hart wie die Robinie, aber nicht so langlebig.
  • Raues Holz, das gerne splittert.
  • Eiche verfärbt sich bei Kontakt mit Eisen schwarz. Nur mit Edelstahlschrauben verarbeiten.
  • Mittlere Preisklasse.

Tropische Hölzer

  • Je nach Art langlebige bis sehr langlebige Hölzer. Die härtesten überdauern bis zu 25 Jahre im Freien.
  • Lange Transportwege aus den Herkunftsländern.
  • Nur FSC- zertifizierte Dielen schließen den Raubbau an den Tropischen Wäldern aus.
  • Mittlere bis obere Preisklasse.

Thermoholz

  • Heimische Hölzer wie wie Kiefer, Buche, Esche oder Lärche, die durch eine Hitzebehandlung bei 200° C und darüber haltbarer werden.
  • Das Verfahren ist deutlich umweltschonender als die herkömmliche Kesseldruckimprägnierung.
  • Geröstete Dielen sind etwas dunkler als das Naturholz, unbehandelt vergrauen diese aber ebenso wie die anderen Hölzer.
  • Obere Preisklasse.

Dauerholz

  • Heimische Holz, vor allem Kiefer, wird in eine umweltschonende Wachslösung getaucht und dadurch genauso dauerhaft wie Tropenhölzer.
  • Das Verfahren ist deutlich umweltschonender als die herkömmliche Kesseldruckimprägnierung.
  • Dauerholz-Dielen werden aus Teilstücken zusammengesetzt, was für Laien aber nicht zu sehen ist.
  • Unbehandelt vergraut das goldgelbe bis mittelbraune Holz mit der Zeit. Eine Nachbehandlung mit Wachs ist zu empfehlen.

    Gartengestaltung Helmut Lamprecht

    Leicht schwebt der Holzsteg über dem Teich und erlaubt die Naturbeobachtung. Das Thermoholz vergraut ohne Behandlung wie alle anderen Hölzer auch.

  • Obere Preisklasse.

WPC (Wood Plastic Composites)

  • Die Dielen bestehen aus einer Mischung von Holz oder Bambusfasern mit PE Kunststoffen.
  • Sie vergrauen nicht, sind Farbecht und dauerhaft. Seit über 20 Jahren am Markt (Kanada)
  • Sie splittern nicht und sind +- leicht zu verlegen und zu bearbeiten wie normales Holz.
  • Hohlkammerdielen oder Vollholzdielen. Eine aufwändigere Unterkonstruktion ist nötig um Verzug/ Verdrehen zu vermeiden. Die Deck-Oberfläche benötigt ein Gefälle von mind. 2 %.
  • Sie sehen echten Holzdielen, je nach Ausführung, optisch sehr ähnlich.
  • Der technische Vorteil der Dauerhaftigkeit und Farbechtheit wird  durch die aufwändigere Unterkonstruktion und Verarbeitung wieder aufgewogen. Echtes Holz wirkt sicher lebendiger. 
  • Das Barfußgefühl ist nur bedingt gegeben. Die Dielen heizen sich in der Sonne auf und sind dann schnell zu warm für das Barfuß gehen.
  • Obere Preisklasse
    Gartenplanung Helmut Lamprecht

    Stimmungsvoller Mittelpunkt im neuen Terrassengarten. Das Deck besteht aus BPC Dielen von Groja-Solid

Helmut Lamprecht, Gartenplaner

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